Kategorie: Arbeit & Würde

  • Karl Marx auf der Jobsuche im modernen Bewerbungsprozess

    Karl Marx auf der Jobsuche im modernen Bewerbungsprozess

    Über Algorithmen, Entfremdung und die unsichtbare Macht im digitalen Recruiting….

    Stellen Sie sich vor, wir schreiben das Jahr 1848 und Ihr Name ist Karl Marx. Sie blättern in einem Londoner Tee-Salon durch die „Times“, auf der Suche nach einer Arbeit, die Ihrer Bildung und Ihrem politischen Geist entspricht. Plötzlich werden Sie wie aus dem Nichts in die Gegenwart katapultiert, in ein modernes Kaffeehaus mit WLAN, Laptop und auf dem Bildschirm flackert ein digitales Bewerbungs-Interface. Sie laden Ihren Lebenslauf hoch und treten ein in den Dialog mit einem Chatbot, der Ihnen freundlich, aber automatisiert antwortet.

    Wie würde Karl Marx auf diese Situation reagieren? Würde er staunen über den technologischen Fortschritt, die breite Zugänglichkeit, die Effizienz und das Versprechen von Fairness und Gleichheit? Oder würde er in der algorithmischen Vorauswahl einen neuen Ausdruck jener Entfremdung sehen, die er bereits im 19. Jahrhundert beschrieben hat? Die Antwort liegt auf der Hand. Und sie ist unbequem.


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