Kategorie: Technologie & Macht

  • Apparatus Artificialis Teil 1: Des Kaisers alte Kleider

    Apparatus Artificialis Teil 1: Des Kaisers alte Kleider

    Der Schuh, der die KI zerstört

    Schuhe trugen schon die Römer. Ob sie damals schon andere Zwecke dienten, das wissen die Götter. Jedoch wurden sie in der menschlichen Geschichte des Öfteren für andere Zwecke verwendet, wie zum Zerstören von Maschinen. Tatsächlich warfen französische Arbeiter im 18. Jahrhundert ihre Schuhe, auf französisch „Sabots“, in die Spinnmaschinen. Das Wort Sabotage erinnert noch heute daran: Mit einem Schuh lässt sich ein System zum Stillstand bringen. Die Frage ist nicht, ob Widerstand möglich ist. Die Frage ist: Mit welchem Schuh zerstört man die KI? Mit welchen Mitteln lässt sich ein System zum Stillstand bringen, das keine Maschinen mehr hat, sondern Algorithmen?


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  • Dominium Teil 2: Besitzloses Eigentum

    Dominium Teil 2: Besitzloses Eigentum

    Über Aufzüge und Sitzheizungen…

    Produkte wurden erzeugt, um Funktionen auszuführen. Funktionen, die das menschliche Leben verbesserten und der Sinn des Produktes in seiner Funktion selbst lag. Jede andere mit der Zeit weiterentwickelte Veränderung im Zuge der Verbesserung und Optimierung, der keine wirkliche Funktion zuzuschreiben war, kann, wie in dem Beitrag „Designte Kunst“ herausgearbeitet, unter dem Begriff des „Designs“ eingeordnet werden.

    Dasselbe Muster zeigt sich bei der Diversifikation von Produkten. So wurden Produkte diversifiziert nach Funktion. Der Weg vom geschliffenen Stein hin zum Schweizer Taschenmesser mit 25 Funktionen war ein langer, jedoch von Funktionalität geprägt. Verschiedene Messer wurden für unterschiedliche Funktionen produziert und mit voranschreitender Technik fortwährend in ihrer Funktion spezialisiert. Es entstanden Brotmesser, Käsemesser, Fleischmesser, die jedoch auch in ihrer spezialisierten Funktion begrenzt sind. Man wird sich schwertun mit einem Brotmesser ein Schwein zu zerlegen oder mit einem Skalpell ein Brot zu streichen.

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  • Karl Marx auf der Jobsuche im modernen Bewerbungsprozess

    Karl Marx auf der Jobsuche im modernen Bewerbungsprozess

    Über Algorithmen, Entfremdung und die unsichtbare Macht im digitalen Recruiting….

    Stellen Sie sich vor, wir schreiben das Jahr 1848 und Ihr Name ist Karl Marx. Sie blättern in einem Londoner Tee-Salon durch die „Times“, auf der Suche nach einer Arbeit, die Ihrer Bildung und Ihrem politischen Geist entspricht. Plötzlich werden Sie wie aus dem Nichts in die Gegenwart katapultiert, in ein modernes Kaffeehaus mit WLAN, Laptop und auf dem Bildschirm flackert ein digitales Bewerbungs-Interface. Sie laden Ihren Lebenslauf hoch und treten ein in den Dialog mit einem Chatbot, der Ihnen freundlich, aber automatisiert antwortet.

    Wie würde Karl Marx auf diese Situation reagieren? Würde er staunen über den technologischen Fortschritt, die breite Zugänglichkeit, die Effizienz und das Versprechen von Fairness und Gleichheit? Oder würde er in der algorithmischen Vorauswahl einen neuen Ausdruck jener Entfremdung sehen, die er bereits im 19. Jahrhundert beschrieben hat? Die Antwort liegt auf der Hand. Und sie ist unbequem.


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