Design hat einen Zweck. Aber nicht den, den du denkst...
Jedes Produkt hat einen Zweck. Ein Messer schneidet. Ein Stuhl trägt. Eine Uhr zeigt die Zeit. Aus diesem Zweck ergibt sich, zwingend, fast mathematisch, eine Form. Die Klinge muss scharf sein. Der Stuhl stabil. Das Zifferblatt lesbar. Und diese Form ist nicht frei, sie wird begrenzt durch die Materialien, die zur Verfügung stehen, durch die Fähigkeiten der Werkzeuge, durch die Machbarkeit der Idee. Im Zentrum jeder Schöpfung steht zuerst die Umsetzung, nicht die Erscheinung.
Solange Form dem Zweck folgt, gibt es kein Design. Es gibt nur Lösungen.
Und wenn das Produkt weiterentwickelt wird? Dann verändert sich seine Form, weil der Zweck es verlangt. Weil die Idee besser umgesetzt werden kann. Jede Veränderung, die darüber hinausgeht, jede Anpassung des Aussehens, die nicht der Funktion dient, ist nach dieser Ableitung Design. Und Design hat, per Definition, einen anderen Herrn als den Zweck. Design beginnt genau dort, wo der Zweck endet.



